Hontic 204

 

 

Hier die Geschichte meiner Hontic204. Sie entstand aus einem „Fantic200 Trial“ -Chassis

und einem Honda Motor.

 

 

„Hontic 204“ oder „2 Takte sind 2 zuwenig“

Nach einer Inventur im heimischen Bastelkeller stand fest : Da bau’ ich ein Moped draus . Es fand sich ein funktionsfähiges Fahrwerk einer Fantic 200 und diverse Brocken aus dem sich ein Honda Viertaktmotor bauen ließ .

Der Motor entstand aus dem Gehäuse einer XL185 . Die Kurbelwelle wurde unverändert übernommen , das Getriebe (aus der ersten Produktionsreihe) wurde mit dem 2. Gang aus einer TL125 verändert . Der Primärtrieb setzt sich aus dem Kupplungskorb einer CB100 (TL125 geht auch) und TL125 Teilen zusammen . Der Zylinder einer XL200 wurde auf abenteuerliche 67 mm gebohrt (die Buchse ist nur 69,5 mm) und mit einem Kolben von Zech bestückt . Der Zylinderkopf der XL200 wurde unverändert übernommen . Die Lichtmaschine einer XL185 wurde nur mit einer Spule für die Zündung montiert.

Die „Hochzeit“ , sprich die Montage des Motors in das Fahrwerk , war schon ein wenig komplizierter . Die Fantic 200 gefiel mir so gut , das ich die Geometrie unverändert übernehmen wollte . Vorgabe war also : der Lenkkopfbereich sollte unverändert bleiben . Um den nötigen Platz für den Motor zu schaffen habe ich die Rahmenschleifen herausgesägt . Mit dem Ansaugstutzen und Vergaser einer XL185 (16 PS – Version) mußte der Motor so ausgerichtet werden , das ausreichend Platz für einen Auspuff bleibt , und er nicht zu stark geneigt ist (Sumpfschmierung) . Danach habe ich passende Halterungen angefertigt und in den Rahmen geschweißt . Nun stand die Einheit Motor – Fahrwerk.

Die Gabel mit neuen Simmerringen ausstatten , defekte Speichen austauschen , Bremsen reinigen und brauchbare Reifen aufziehen waren angenehme Arbeiten zwischendurch . Zündspule und CDI-Box wurden mit einem Blechstreifen unter dem Tank (original Fantic) montiert . Der Benzinhahn war dem Zündabnehmer am Zylinderkopf im Wege und wich einem Messingstopfen , montiert mit einem Teil einer Pneumatik-Verschraubung ; als Absperrung dient ein In-Line Benzinhahn .

Ein echtes Problem war der Auspuff . Der Original Honda Krümmer paßte wegen der zweischleifigen Rahmenkonstruktion nicht , ich war also gezwungen einen Neuen zu konstruieren . Er entstand aus Edelstahlbögen und -rohrstücken , eine willkommene Gelegenheit mal wieder mit einem WIG-Schweißgerät rumzumachen . Einen Schalldämpfer bekam ich von Ralf Gettel, ein echt netter Tüftler der Zweizylinder-Trialmotorräder fährt.Er stammt aus einem Rennbootmotor . Das Mittelstück , es bekam noch einem Vorschalldämpfer aus einem Rohrabschnitt , entstand aus einem Stück Autoauspuff.

Das fehlende Bremsgestänge samt Hebel und eine Sitzbank war danach auch schnell fertig . Mit dem Honda Luftfilteranschlußschlauch wurde ein K&N Luftfilter (die billigen taugen nichts) montiert , dann Öl in den Motor gekippt , die Seilzüge eingestellt und der Apparat aus dem Bastelkeller gezerrt .

Draußen schnell noch ein bißchen Benzin in den Tank und dann muß Sie eigentlich laufen . Benzinhahn auf ;ein Tritt ; nichts ; noch ein Tritt ; nichts ; aah ; Choke gezogen ; nochmal treten ; prima sie läuft . Nach einer kurzen Zeit , Motor aus und nachschauen ob die Nockenwelle Öl abbekommt ; auch gut .

Mit einer Sekundärübersetzung von 12 zu 53 Zähnen ging es zur ersten Probefahrt . Mein Auspuff ist ein weinig zu laut , aber sonst haut alles hin . Beim ersten Test im Trainingsgelände lief der Vergaser über , sonst machte sich aber ein guter Eindruck breit . Inzwischen läuft die Hontic 204 recht gut und ich meine die Fahreigenschaften der Fantic 200 wiederzuerkennen . Die Bodenfreiheit hat durch den höheren (tieferen ?) Motor etwas gelitten ist aber noch ausreichend .

Die „Hontic 204“ ist eine gute Fourstroke – Alternative für die Veteranen – Twinshock – Klasse geworden .

Steckbrief:

Fahrwerk : Fantic 200 Trial       Gabel: Marzocchi 35mm    Federbeine: Bilstein Dämpfer (stark modifiziert), ATS Federn

Motor: Honda 204 ccm   Bohrung: 67 mm   Hub: 57,8 mm   Zündung: 6 V, CDI   Vergaser: Keihin PD21A

Übersetzungsverhältnisse:   Primäruntersetzung: 4,055

1. Gang: 2,770   2. Gang: 2,130   3. Gang: 1,272   4. Gang: 1,000   5. Gang: 0,770

Längen:   Hinterachse – Fußrasten: 380mm    Fußrasten – Lenkeraufn.: 540mm   Radstand: 1315mm

Höhen:   Lenkeraufnahme: 1010mm   Bodenfreiheit: 305mm   Fußrasten: 395mm   Schwingenlager: 435mm    Sitzbank: 760mm

Breiten:   Fußrasten: 260mm   Knieschluß: 110mm    Federbeine: 250mm

Gewichte:   Vorderachse: 39,5kg   Hinterachse: 46kg    Gesamt: 85,5kg