BSA B40

 

 

Die BSA B40

 

Fertig gekauft, englisch, klassisch und richtig schick.

Als Uwe seine BSA anbot konnte ich nicht anders, die wollte ich haben. Es galt  einen Plan zu schmieden: das Geld für den Erwerb mußte her und der Bestand an Trialmotorrädern mußte angeglichen werden. Mit dem Verkauf der TLR200 und meiner XL185T ist der Wunsch Realität geworden.

Ursprünglich tat sie in der Dänischen Armee ihren Dienst, bis sie nach ihrer „Ausmusterung“ in deutsche Hände geriet. Uwe hatte die BSA damals in Schleswig-Holstein in bedauerlichem Zustand im Straßentrimm erworben. Eine trialtaugliche Maschine war Sein Ziel.

Mit viel Liebe und Hingabe machte eEr sich ans Werk. Rahmen, Gabel, Schwinge und die Radnaben reinigte und entrostete Er um sie hinterher in korrektem schwarz zu lackieren. Die Räder wurden dann in der „Radspannerei Langstädtler“ in Bremen mit Edelstahlspeichen und nagelneuen passenden Akront-Felgen neu aufgebaut. Nachdem die Gabel renoviert war galt es das Fahrwerk zu vervollständigen. Um eine Änderung des Steuerwinkels zu umgehen wurden spezielle Stoßdämpfer beschafft: Benny Wilbers lieferte „Hagon Enduro“ -Federbeine mit einer speziellen soften Dämpfung und 14 kg/cm Federn. Das Fahrwerk stand also. Eigene Fußrasten samt Halter und Seitenständer vervollständigten das (Fahr-) Werk.

Der Motor verlangte nach einer größeren Reperatur. Der Zylinderkopf bekam die Ventilsitze gefräst und neue Ventile. Der Zylinder wurde gehont und bekam einen neuen Übermaßkolben. Da das untere Pleuellager, auch „Big-end“ genannt, defekt war, wurde die Kurbelwelle bei „von Twistern“ in Bremerhaven komplett instandgesetzt. Alle anderen Arbeiten inclusive Montage mit neuen Dichtungen wurden von Uwe verrichtet.

Für die Trialtauglichkeit wurden dann viele neue Teile angeschafft. Von Sammy Miller: Tank, Kotflügel mit Streben für vorne, Luftfilter, Sitzbank, Auspuffkrümmer samt Schalldämpfer und Kickstarter. Die Firma „GLM“ lieferte neben allen Motor- und Kleinteilen den Vergaser.

Neue Reifen montieren, einige Experimente mit Lichtmaschine, Zenerdiode, Zündanlage sowie das Zusammenfügen der verschiedenen Komponenten ließen dann endlich das fertige Motorrad entstehen.

Ich selbst weiß noch nicht in welcher Richtung ich das Werk noch verändern werde. Ich bin aber überzeugt, den ab 1964 verwendeten neueren Rahmentyp beizubehalten, obwohl unser „Spezi“ Michael ihn als Enduro- oder Scramblerrahmen beschimpft. Sicher hat Er Recht, aber auch meinen Reiz bestärkt. Die „fetten“ Originalbremsen könnte man gut gegen Exemplare aus der kleinen BSA-Bantam ersetzen und der Lenker gehört an eine Moto-Cross-Maschine, muß also ausgetauscht werden. Der große originale Öltank steht seitlich aus dem Rahmen und stört die Beinfreiheit. Das und andere Keinigkeiten werden mich irgendwann einmal beschäftigen.

Das ist jetzt mein erstes englisches Motorrad. Eine richtige Meinung dazu habe ich noch nicht gefunden.

 

 

Steckbrief:

Fahrwerk : BSA WD B40   Gabel: BSA, Stahltauchrohre, 146mm Federweg    Federbeine: Hagon 370mm lang

Motor: BSA 343 ccm   Bohrung: 79 mm   Hub: 70 mm   Zündung: 12 V, Kondensatorgestützte Kontaktzündung   Vergaser: Amal Concentric MK1 Typ 624

Übersetzungsverhältnisse:   Primäruntersetzung: 2.889 entspricht 18 zu 52 Zähne   Sekundäruntersetzung: 4,385 entspricht 13 zu 57 Zähne

1. Gang: 3,088   2. Gang: 2,366   3. Gang: 1,541   4. Gang: 1,003

Längen: Hinterachse – Fußrasten: 330mm    Fußrasten – Lenkeraufn.: 858mm   Radstand: 1340mm

Höhen: Lenkeraufnahme: 975mm   Bodenfreiheit: 235mm    Fußrasten: 345mm   Schwingenlager: 385mm  Sitzbank: 810mm

Breiten: Fußrasten: 285mm (Gelenk-Gelenk)  Knieschluß: 235mm    Federbeine: 260mm

Gewichte: Vorderachse: 53kg   Hinterachse: 63,5kg    Gesamt: 116,5kg